heartbits

Bücher über das Leben

Swagis Heartbits Bücher für Leben

Die drei Bücher, die ich nachfolgend vorstellen sind meine Starter. Sie sollen als Saat in dir keimen und dich neugierig machen auf weitere Bücher zum Mitdenken. Ausgewählt habe ich sie, weil sie unsere drei Grundbedürfnisse Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit berücksichtigen. Gleichzeitig aber auch das typisch Weibliche und das typisch Männliche. Letztlich vereint beide Geschlechter die Lebenserfahrung. Deshalb passt ein Buch von Wilhelm Schmid, an dieser Stelle besonders. Wilhelm Schmid (*1953), ist ein freier Philosoph, der sich auf Lebensphilosophie spezialisiert hat. Er hat Philosophie und Geschichte studiert und ist bekannt als „philosophischer Seelsorger“ und für sein zahlreichen Bücher und Vorträge.

Weil ich auch „Nicht-Leser“ inspirieren möchte, starte ich mit einem „Bilderbuch“. Wie schön, dass es diese auch für Erwachsene gibt und man so seinem inneren Kind eine Freude bereiten kann.

Lisa Aisato hat einen wunderschönen Bildband geschaffen über unser Leben. In Ihrem Buch hat sie aus ihren bisherigen Veröffentlichungen, als Illustratorin ihr schönsten und passendsten Werke zusammengefasst. Das Buch umfasst wunderschöne Bilder für die Lebensabschnitte Kinderleben, ein Teenagerleben, ein eigenes Leben, ein neues Leben, ein Erwachsenen Leben, ein langes Leben.

Subtil entführen die Bilder in die visuelle Welt unser aller Lebensabschnitte und verführt zum Schmunzeln, zum Erinnern, zum Staunen, zum Wundern und zum Träumen. Tolles Geschenk – für dich!

Eine Anleitung fürs Loslegen, dranbleiben und zu Ende führen.

…was wäre das Leben ohne das „Machen“, deshalb muss dieses Buch zu meinen Basics. Robert Tschäppeler und Mikael Krogerus haben hier Fakten zusammengestellt, die sich rund um unser Verhalten NICHT ins Handeln zu kommen, drehen. Die 41 Werkzeuge werden anschaulich erklärt und mit psychologischem Fakten hinterlegt. Das Buch ist im DinA5 Format, also sehr klein und handlich und dazu mit vielen Schaubildern versehen, die das Büchlein schnell und leicht lesen lassen. Alles in allem ein Buch für Zwischendurch, aber ein absoluter ZUgewinn für alle Lebenslagen. Ich habe es auf dem Tischchen neben unserem Klo liegen. Da hätte man ja mal Zeit 😉

Einen Tipp setze ich für mich in diesem Blog um. Vor meinen vielen Büchern sitzend, überlegte ich warum ich diese Bücher gut fand. Ich hatte es vergessen! Zum Teil fiel es mir ein, wenn ich eine willkürlich gewählte Textstelle las oder ich hatte bereits drin rum gemalt. Wie schade eigentlich. Hierzu ist nun im dem Büchlein nachfolgender Tipp zu lesen:

Beim Lesen Textstellen unterstreichen, die man wichtig findet – Textstellen pro Kapitel auf Post-it zusammenfassen – Kleine Zusammenfassung schreiben in digitaler Form, um auch die Stichwortfunktion nutzen zu können

Aber viel schöner fand ich den Hinweis auf ein BOB. Das ist die Abkürzung von Book of books, also ein Notizbuch, welches Buch man zu welcher Zeit gelesen hat. Mir viel dazu gleich ein, dass Elke Heidenreich ihr oder ein BOB ebenfalls veröffentlichte. In „Hier geht’s lang“ findet man Büchern von Frauen, die ein Leitfaden im Leben sein können. (Ich komme darauf noch zu sprechen in diesem Blog) Im oben genannten Buch wird die Literaturkritikerin Pamela Paul aufgeführt, die ebenfalls ihr BOB veröffentlichte und mit diesem Buch viele Menschen zum Lesen angeregt hat und dabei unterhalten hat.

… ist eine Variante des ursprünglichen Zitats von Wolfgang von Goethe „Man muss alles lesen, um zu verstehen. Man muss aber auch alles verstehen, um alles lesen zu können“. Die moderne Interpretation, die eine direkte Verbindung zwischen dem Lesen und der Identität des Lesers herstellt, ist keine direkte Erfindung Goethes, sondern hat sich als populäre Redewendung entwickelt. 

Für mich ist die Offenlegung ein Rückblick, aber auch die Möglichkeit mich von außen zu betrachten. Ein weitere Reflexion meiner selbst. Das ist eine schöne und hilfreiche Idee für jeden! Und wer noch nicht liest? Bitte anfangen, es ist so ein ZUgewinn! Wie schafft man das? 5,4,3,2,1 (Rückwärts zählen) und „machen“!! ..auch ein Tipp aus dem hier genannten Buch.

Wilhelm Schmid „Schaukeln

Natürlich darf dieses Buch nicht fehlen. Es passt so perfekt zu meinem Logo und dazu ist es inhaltlich eine warme Quelle fürs Leben. Getränkt mit Lebenserfahrung. Es könnte deine Bibel werden!

Ich möchte an dieser Stelle ausnahmsweise das Vorwort dieses Bucher veröffentlichen. Offen und ehrlich nimmt der Autor uns mit in seine ganz private Welt, dessen Schicksal viele Menschen mitfühlen lässt. Gleichzeit zeigt er einen Weg, wie man aus dem alttäglichen Erleben in das philosophische Denken kommen kann. Das macht dir vielleicht Mut in solchen Texten weiter zu forschen, es wird sich lohnen!

Eine Schaukel! Wir bummelten umher, unsere längst erwachsene Tochter hat sich zum Geburtstag einen Ausflug mit ihren Eltern gewünscht. In einem Park stießen wir plötzlich auf diese Installation, die Outbursts an Begeisterung auslöste: eine Schaukel! Es war ein schöner nur leicht verregneter, unbeschwerter Tag, die Schaukel passte wie bestellt dazu. Zwei Schaukeln sogar, an einem Holzgestell befestigt. Die leeren Sitzflächen, die in der leichten Brise baumelten, wirkten wie eine Einladung: Probiert es doch mal!

Das taten wir. Es war phantastisch. Es brachte mich auf Gedanken. Ist Schaukeln nicht genau das, was wir ihm Leben brauchen? Es verleiht Schwung und verhindert Erstarrung. Lässt sich nicht das ganze Leben als ein Hin- und Herschwingen verstehen? Zwischen dem Leben zuhause, um sich von den Anforderungen außerhalb zu erholen und dem Leben außerhalb, um zeitweilig der häuslichen Enge zu entfliehen. Zwischen familiären Beziehungen, die den Alltag tragen, und Freundschaften, die außeralltägliche Abwechslung bieten. In allen Beziehungen können Freude und Übereinstimmungen den unvermeidlichen Ärger und auskeimenden Unstimmigkeiten ausbalancieren. Gelegentliche Reisen erlauben, komplett vom gewohnten Leben weg zu Schaukeln, um froh zu sein, beim Zurückschaukeln wieder darin eintauchen zu können. Der Lebensfluss liebt das Mäandern zwischen Gegensätzen.

Ich wollte etwas darüber schreiben, wie Schaukeln zur Kunst werden kann, mit schwungvollem Hin und Her mehr Lebensfreude zu gewinnen. Als ich die Überlegungen wenig später meiner Frau vorstellte, die sich schon seit langem in dieser Kunst übte, hielt sie das für ein gute Idee, hatte mir aber etwas ganz anders mitzuteilen. Sie kam gerade von einer ärztlichen Untersuchung zurück. Diagnose: Speiseröhrenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Die Therapie werde leider nicht kurnativ sein können, also auf Heilung ausgerichtet, nur palliativ, lebnsverlängend. Schlagartig war alles anders! …..

Das Leben sogar am Rande des Abgrunds noch als Schaukel zu begreifen, half am besten weiter. Konnten wir auch in diesen Situationen hin und her schwingen. Zwischen der Belastung, die das Leben uns auferlegte und der Entlastung, mit der sich Kräfte regenerieren lassen. Zwischen dem Hadern mit dem Schicksal, das nicht revidierbar ist und der Freude über etwas Schönes, das trotz allem beflügelt. Zwischen dem Dasein füreinander und der Erholung von der Anstrengung, die auch das kann. Zwischen der Verzweiflung über die Aussichtslosigkeit und der Ermutigung durch vertraute Gespräche. Nur zum Teil können sich Menschen ihr Leben so einrichten, wie es ihnen gefällt. Zum anderen Teil fällt es anders aus als erhofft, aus welchem Grund auch immer. Lebenskunst ist die Kunst, die Schönen Seiten des Lebens zu genießen, jedoch auch, mit den schwierigen Seiten zurechtzukommen.

Alles fließt? Alles schaukelt! Das Leben ist eine Schaukel. Das macht seine Spannung aus. Nie bleibt es gleich, auch wenn es so scheint. Mal ist die Gelassenheit da, dann wieder weg. Mal verfüge ich über Souveränität, dann wieder nicht. Jedes Selbstbewusstsein wird beizeiten wieder von Selbstzweifel eingeholt. Ich suche Nähe, um mich nicht verlassen zu fühlen und gehe auf Distanz, um mich wieder auf mich zu besinnen. Übertreibe ich mit dem Ich, entdecke ich das Zusammensein neu. Zwar brauche ich Privatheit, um mich zurückzuziehen, aber auch Öffentlichkeit, um am allgemeinen Leben teilzuhaben. Ich will hinaus aufs Land, um zur Ruhe zu kommen, dann wieder zurück in die Stadt, um an Dynamik zu gewinnen. Kleine und Größere Feste setzen den Alltag auf die Schaukel, bis er wieder willkommen ist, um sich vom festlichen Treiben zu erholen. Wenn Leben heißt, keinen Rausch auszulassen, ist Nüchternheit unverzichtbar, um wieder Atem zu schöpfen.

Mit dem hin und herschwingenenden Pendel einverstanden zu sein, ist die Voraussetzung für die Kunst, sich des Lebens zu freuen. Eine Veranlassung dazu ist hilfreich, aber anscheinend ist es die Übung, wie bei allen Künsten. Für die, die sich in Künsten üben, ist das Leben voller Sinn, unabhängig davon, ob es von sich aus sinnvoll ist. Auch die, die es eigentlich für sinnlos halten, können sich des Lebens freuen. Ein Mißverständnis wäre gleichwohl die Erwartung, sich des Lebens ständig erfreuen zu können. Immerzu freudig zu sein, ist nur als Illusion möglich. Nicht nur die Anstrengung braucht Erholung, auch die Freude braucht sie, um die Intensität wiederzugewinnen, ohne die sie fade wird. Bleibt nur noch die Frage: Darf man das überhaupt, sich in schwierigen Zeiten seines Lebens freuen? Aber wann, wenn nicht gerade dann? Woher sonst sollen die Kräfte kommen, das alles zu meistern?….

….Die Gegenwart des liebsten Menschen in der Welt zu verlieren. ist so traurig, dass es nicht mehr in Worte zu fassen ist. Am Rande des Wassers (Wannsee)zu schaukeln: Zwischen der grenzenlosen Traurigkeit und dem pragmatischen Weiterleben, das den Tagen einen Rahmen gibt. Zwischen der tiefen Dankbarkeit, gemeinsam so viele Jahre der Fülle erlebt zu haben und dem unstillbaren Schmerz, dass es nicht noch viele weitere Jahren sein konnten. Das nahe Wasser, das sich in einer anderen Zeit als das Menschenleben bewegt, weitete mein Denken. Die einzelnen Tropfen kommen und gehen in viel kürzeren Zeiten, als ein Mensch, aber sie sind Elemente eines Kreislaufs über Tausende von Jahren hinweg. Alle kehren in irgendeiner Form wieder. Könnte es mit dem Menschen, der zum größten Teil aus Wasser besteht, nicht genauso sein? Meiner Frau gefiel dieser Aspekt. Dieses Buch ist ihr gewidmet.

Und darum geht es in dem Buch (Auszug aus dem Begleittext):

Schaukeln ermöglicht ein Hin- und Herfliegen zwischen den unterschiedlichen Seiten des Lebens, etwa zwischen Anstrengung und Besinnung. Auch zwischen der Freude am Schönen, das neuen Elan verleiht, und dem Umgang mit dem weniger Schönen. Für viele Probleme im Leben und in der Liebe ist Schaukeln die Lösung. Auf der Schaukel fürs Leben lernen muss dabei keine einsame Tätigkeit sein: Wechselseitig verleihen Menschen sich neuen Schwung. Beschwingt zur Lebensfreude in zehn Auf- und Abschwüngen: Dazu regt dieses Buch an.

Ich habe mich gefragt, womit ich jedem einen schönen Einstieg in die Welt (meiner) Bücher geben kann. 3 Basic Bücher habe ich intuitiv ausgesucht und dann geschaut was sie verbindet. Letztlich hat sich alles perfekt zusammen gefügt – sogar die Farbe der Buchumschläge.