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Inspiration Drumfestivals

Swagis Drumstuff - Drumfestival Inspiration für jung&alt

Über Social Media hatte ich mir einen separaten Account erstellt, in dem ich nur Drummern folgte. Dem entsprechend bekommt viel Insider Wissen und wird geradezu überflutet mit neuen Informationen, Spielweisen und Übungseinheiten. In dem Fall finde ich Social Media wirklich gut. So bin ich jedenfalls auf die Existenz verschiedener Drumfestivals gestoßen.

Schlagzeuger performen hier eine Stunde lang vor ihrer Fangemeinde. Das Angebot variiert von Songs aus ihrem Bandprogramm, Solos, Unterrichtseinheiten, Rückblicke auf die Karriere. Ein Solo zu performen, das über seine Variationen und Dynamiken den Zuhörer mit zieht, ist dabei die höchste Kunst.

Eines der wichtigsten Festivals in Deutschland ist das Meinl Drum Festival. Meinl ist ein deutscher Cymbalhersteller aus Gutenstetten (liegt bei Nürnberg) und gehört neben Zildjian (Amerika), Paiste (Schweiz) und Sabian (Kanada) zu den größten und einflußreichsten Chymbal Herstellern auf dem Markt. Es ist ein Familienunternehmen und genauso werden, die von ihnen geförderte Musiker auch verstanden, als Familienmitglied. Hierzu muss man wissen, dass diese Hersteller Künstler fördern, die ihre Produkte spielen und bewerben und manchmal Produkte mit ihnen weiter entwickeln. Mit dem Nachfolgenden Link kommst du zu den Deutschen Drummer, die für Meinl spielen.

Das Festival findet im 2 Jahres Rhythmus statt. Meist findet es im Firmengelände statt, dann solltest du es dir unbedingt anschauen. Es gibt neben den Drummern, natürlich reichlich Equipment anzuschauen und auszuprobieren. Ich habe auch schon Workshops erlebt und wenn du früh dran bist, kannst du dich für eine Firmen Führung anmelden. Aber das Beste ist, dass die Schlagzeugsets nach den Vorführungen der Artists ausgestellt werden. Sie sind jeweils auf einem fahrbaren Podest aufgebaut und werden in den Zuschauerbereich geschoben. Das finde ich super interessant und man sieht, wie persönlich so ein Set ist. Keins ist gleich!

Auf dem Meinl Drumfestival 2017 in Gutenstetten habe ich eines der stärksten Lineups erlebt. Ich habe dir mal einen Link zur Zusammenfassung gesetzt. Benny Greb, Alex Rudinger, Arthur Hnatek, die dreschheads (Simon Gattringer & Max Grösswang), Aric Improta, Miguel Lamas, Luke Holland, Chris Coleman und Anika Nilles mit ihrer Band Nevell. Benny Greb und Anika Nilles sind im übrigen, die deutschen Aushängeschilder. In der Drummer Szene kennt sie jeder!

Mein absolutes Lieblingsfestival ist das Drumfestival Switzerland. In den Anfangsjahren hat es in einem alten Salzlagerhaus mit zwei gegenüberliegenden Bühnen in Winterthur stattgefunden. Klein aber fein! 2016 habe ich dort folgendes Line up gesehen: Adam Marko (Special Providence, Progressive Metall), Armin Schöpfer, Derice McKenzie (Jamiroquai) Orlando Riber, Marc Halbheer, Craig Blundel, Emanuelle Caplette, Jojo Mayer (Nerve) Ich werde noch auf einzelne Schlagzeuger eingehen, um zu zeigen wie individuell nicht nur ihr Drumset ist, sondern auch die Spielweise und Kreativität. JoJo Mayer einmal live zu sehen, war mir ganz besonders wichtig. Er ist die Schweizer Schlagzeuglegende, lebt allerdings in New York. Zudem habe ich seinen CD-Kurs(!) für Fußtechnik gesehen und damit viel an meiner Technik gefeilt. Er gehört zu den Spielern, die neue Wege einschlugen. Mit seiner New Yorker Band Nerve, überträgt er die improvisatorische Spontaneität des Jazz auf das Genre Drum and Bass.

Inzwischen ist es gewachsen und findet im „Kaufleuten“in Zürich statt. Das „Kaufleuten“ ist ein total schönes altes Theater/Eventhalle mit schwarzer Holzverkleidung und roten Samtgardinen. Der absolute Knaller! Und dort wird Schlagzeug gespielt vom Feinsten! Ich habe hier noch keinen Drummer erlebt, der mich nicht in irgendeiner Form beeindruckt hat und das im Wohnzimmerambiente, nämlich auf der Galerie, in einem Sofa sitzend. Meine persönlichen Highlights waren hier Tod Sucherman, Chris Colman (den hab ich schon 3x erlebt), Markus Minnemann, Jost Nickel, Queen Cora (Prince, Zuccero), Dennis Chambers (Santana), Wolfgang Haffner (Nils Lindgren u.a.), Spanky u.a. so, so geil. Super sind auch die vielen Aussteller, die Bar, die Tombola, die Signierstunde und natürlich die Stadt Zürich, die immer eine Reise Wert. In den Anfängen übernachtete ich in einem Hotel. Später nicht ganz so komfortabel, dafür direkt am See mit meinem Camper.

Ich bin weit davon entfernt jemals auf einem Drumfestival zu spielen, aber ich wollte einmal in irgend einer Form dabei sein. Also ging ich einem Aufruf nach und bewarb mich für das Buildup-Team. Vor Ort werden immer sehr viele Helfer gebraucht. So kam es , dass ich als einzige Deutsche, drei Mal in der Organisation mit gewirkte und tatkräftig unterstützten konnte. Ich half an der Bar bei der Bewirtung von Helfern und Artisten, im der Youth-Contest bei der Urkunden und Preisvergabe und bei der Künstlerbetreuung inklusive der Zusammenstellung des Gästebuchs. Alles in allem waren es immer tolle eindrucksvolle Tage in einem tollen Team. Leider findet es nun nicht mehr statt. Die Kosten für eine solches Event besonders Miete und Gagen überstieg zunehmend dem Machbaren. So schade, aber ich hatte eine tolle Zeit.

Links seht ihr mich mit Queen Cora. Sie ist die Drummerin von Prince gewesen. Er hat sie als Frau, besonders auch als dunkelhäutige Frau, gefördert und ihr so einen Namen verschafft. Ihr besonderes Markenzeichen ist: sie spielt barfuß. Für mich war sie zudem eine der ersten Drummer*innen, die hybrid spielt, also ein akustisches Drumset mit elektrischen Modulen verbindet. In der Mitte Markus Minnemann, auch eine deutscher Drummer, mit Chris Coleman und rechts ein Szenerischer Zusammenschnitt. Chris Coleman ist ein echter Showman auf der Bühne. Verrückt, dass manche Menschen mit einer charismatische Ausstrahlung gesegnet sind.

Eine besondere Erinnerung ist für mich die Performance von Camille Bigeault. Als Komponistin und Multiinstrumentalistin ist sie in der Perkussionsszene bekannt für ihre Fähigkeit, verschiedene Taktarten zu überlagern und so sogenannte Polyrhythmen zu kreieren, die sie mit Leidenschaft erforscht und unterrichtet.

Alles ist für etwas gut! Deshalb nehme ich das Ende des Drumfstival Switzerland zum Anlass nun endlich mal zum Dresdner Drum & Bass Festival zu fahren. Die Kombination mit Bass-Spielern finde ich total hot. Wenn ich noch einmal ein Instrument lernen sollte, dann wäre das Bass-Gitarre. Das Festival findet jährlich im September statt und wird jetzt mein nächstes Highlight werden. Bin gespannt was mich dort erwartete.