Ich habe 1 Jahr gebraucht, um mich wieder mit dieser Seite zu beschäftigen, so frustriert war ich, über meine Arbeit. Nichts funktionierte richtig.
Zwei meiner Webseiten hatten einen Fehler, der sich nicht mehr verbessern ließ. Alle gespeicherten Versionen hatten auch bereits diesen Fehler. Das hieß, alle Seiten müssten neu erstellt werden. Zugegebene ich hab keinen Webmaster und mache alles selber, aber der/die hat es ja auch einmal gelernt. Es muss doch auch bei mir klappen! Ich war absolut frustriert und meine eigentlich vorhandene Stehaufmännchens-Männchen-Funktion war ausgebremst.
Ich erinnerte mich an ein „gutes“ Buch, das ich vor vielen Jahren einmal gelesen hatte, aber dessen genauen Inhalt ich im Moment nicht mehr parat hatte. „Lässig scheitern“ – Das Erfolgsprogramm für Lebenskünstler von Ute Lauterbach, kramte ich nach vielen Jahren wieder aus dem Bücherregal. Nachfolgend ein Zitat aus dem Buch, das mich animierte weiter zu lesen:
Alles seit je. Nie was anderes. Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern (Samuel Beckett)
Bevor du googelst: Samuel Beckett lebte von 1906-1989 als Schriftsteller. 1969 erhielt er den LiteraturNobelpreis, für eine neue literarische Form, die menschliche Existenz zu beschreiben. Sein bekanntestes Werk ist „Warten auf Godot“. Ich komme auf ihn, in einem weiteren Artikel, noch zusprechen.
Ich lese nie, wie komme ich ins Lesen? Oft starte ich in ein Buch, indem ich Zitate lese oder einfach einige Seiten spontan aufschlage und dort lese. Letztlich schaffe ich es so, auch wenn ich unmotiviert bin, zu lesen oder einen Start zu finden.
Ziele einfach umdenken! So empfiehlt es Ute Lauterbach, in oben genanntem Buch. Das heißt konkret, man klopft jeden Fehlversuch nach möglichen Vorteilen ab. Damit lockern sich die Ziele. Kein Ziel zu haben, in der Hoffnung, dass es dann nichts zu erreichen und somit kein Scheitern gäbe, ist genauso eine Sackgasse, wie sich einen Sündenbock zu suchen. In Sackgassen ist kein Vorwärtsgang möglich. Letztlich landet man mit dieser Strategie immer wieder in einer Sackgasse. Der Ausweg wäre das Zulassen des Scheiterns, als Ausdruck von Lebensfreude, weil man immer etwas Gutes mitnehmen kann.
„Aus dem Kult wird eine Kultur: weniger Leistungsstress, mehr Ruhe, mehr Entspannung, weniger Anstrengung, keine starren Ziele, stattdessen spontanes Ausprobieren, mehr Spiel und Spontanität, weniger Plan, mehr Flow, weniger Störung, mehr Lebensfreude, weniger (viel weniger) Konkurrenz, weniger Kampf, weniger Krampf – mehr Menschlichkeit!“ (Ute Lauterbach)
Letztlich passt dieses Bild wieder genau zu meinem Logo, dem schaukelnden Kind. Ein Kind verfolgt eigenbestimmte Ziele, es wagt stets Neues ohne Versagensängste oder Energieverlust. Dieses Kind waren wir alle mal, es ist immer noch da – egal wie alt du bist!
Veränderungen machen „leben“ aus! Denke an einen Samen, aus dem eine Blume keimen soll. Nur im Gewächshaus ist durch einer kontrollierter oder sogar optimierter Umgebung, schneller Wachstum möglich. Aber in freier Natur gibt es das nicht und letztlich überleben Pflanzen aus künstlicher Umgebung nicht in der freien Wildbahn. In freier Wildbahn gibt es regenreiche oder trockene und sonnenreiche oder schattige Tage – selten ist es optimal. Dem entsprechend keimt die Pflanze mal mehr mal weniger. Manchmal treibt sie erst in einem anderen Jahr. Ich finde das eine schöne Beobachtung, die man auf sein eigenes Leben übertragen kann.
Ich begreife das Scheitern als mehrfacher Chance. Häufig bin ich mit neuer Entschlusskraft und klaren Vorstellungen aus dem Scheitern herausgegangen. (Reinhold Messner)
Genau das tue ich jetzt auch! Auf einem langen Spaziergang mit meinen Hunden, habe ich mir ein völlig neues Konzept überlegt. Alle Webseiten sind nun auf einer Seite zusammengefasst, was dem Leser Abwechslung bietet und mir selber die Arbeit erleichtert. Was mir vorher wie ein unbezwingbarer Berg vorkam, verschwand ganz schnell mit dem „einfach mal anfangen“. Plötzlich passte alles schlüssig zusammen. Außerdem ging das Erstellen der Seite, mir nun viel leichter von der Hand. Ich musste nicht mehr mühselig recherchieren, wie was zu machen ist. Ich weiß jetzt wie es geht, mein Arbeitsspeicher hat freien Raum für parallele Gedankengänge.
Für mich ist es sehr schön, rückblickend alles auf einen Blick zu haben. Entgegen allen Empfehlungen, habe ich mich nie nur auf eine Sache konzentriert. Ich brauche die Abwechslung und zwar genau dann, wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das wünscht oder eine gewisse Routine eingetreten ist. Mit etwas Abstand hat man wieder eine neuen und weiten Blick auf das Projekt und meist macht man gerade am Neuanfang gute und unvorhergesehene Fortschritte, die wiederum zum Weitermachen motivieren.
Ich habe mein Ziel neu gesetzt, schreibe mein Tagebuch, um mich besser erinnern zu können und schnell nachlesen zu können, wenn ich es brauche. Veröffentlichen möchte ich meine Texte, um meine Erfahrungen zu teilen und damit zu zeigen, dass wir alle ähnliche Probleme haben. Letztlich hoffe ich, dass es interessant ist, jede Woche einen Artikel zu lesen, mit einem anderen Focus, aber immer mit einem Bring-Wert, weil er bereits einmal erlebt wurde, von mir oder einem der vielen Autor*innen, die ich erwähne und erwähnen werde. Letztlich eint uns, dass wir alle Menschen sind!
Ganz oben auf dem Scheiterhaufen werden wirkliche Erfolge gefeiert!
Mal schauen ob das für mich auch so kommen wird!

